Rechenschwäche
/ Dyskalkulie
Die Rechenschwäche (Dyskalkulie) ist eine Entwicklungsverzögerung
des mathematischen Denkens. Oftmals entwickeln rechenschwache Kinder keine hinreichende
Mengenvorstellung und verfügen weder über Zahlen- noch Operationsbegriff.
Dezimal- und Stellenwertsystem sind meistens nicht verstanden und oftmals mit
falschen Vorstellungen besetzt. Zusätzliches Üben hilft dem Kind nichts,
weil das Kind zum Einüben von Nichtverstandenem angehalten wird und diesen
Anforderungen nicht genügen kann. Ein Kind, das immer wieder erfolglos üben
muss, reagiert oft auf die vergeblichen Anstrengungen mit Lernverweigerung und
Angst vor Mathematik.
Da sich eine Rechenschwäche nicht auswächst
und oft zum schulischen Versagen noch Verhaltensauffälligkeiten und psychosomatische
Folgeerscheinungen hinzutreten, ist eine Dyskalkulie-Therapie dringend zu empfehlen.
Wenn
mehrere Hinweise auf Rechenprobleme deuten, sollte eine Diagnose erstellt werden,
um dem betroffenen Kind gezielt helfen zu können.
Einige Erscheinungsformen
der Rechenschwäche:
- Zahlenräume, Mengen,
Größen, Formen, Distanzen können schlecht erfasst werden, die
Verbindung zwischen Zahlenbegriff und Menge fehlt.
- Mit intensivem
Üben werden keine wesentlichen Fortschritte erzielt, Geübtes wird schnell
wieder vergessen.
- Mengen können nicht gut erfasst oder geschätzt
werden.
- Es wird mit den Fingern gerechnet.
- Beim
Rechnen klappt der Zehnerübergang nicht gut, das Dezimalsystem ist nicht
verstanden.
- Verwechslung von ähnlich klingenden Zahlen
(16 / 60), Vertauschen von Zahlen (47 / 74).
- Aus Sachaufgaben
können die Informationen nur schwer herausgefiltert werden.
- Widersprüchliche
Ergebnisse werden nicht bemerkt und entsprechend geduldet.
- Zählen
und Rückwärtszählen gelingt nur unter Verwendung der Finger.
- Das
Rechnen mit Maßeinheiten (Geld, Uhrzeit, Gewichte, Längenmaße)
bereitet große Schwierigkeiten.
- Zählen ist gelernt
und nicht verstanden, Rückwärtszählen, in Schritten und mit Sprüngen
Zählen sowie Zahlenfolgen sind nicht zu bewältigen.
- Mühsam
Eingeübtes ist nach kurzer Zeit wieder vergessen.
- Einmaleinsreihen
werden ohne Verständnis wie ein Gedicht aufgesagt.
- Das Kind
grübelt lange über den Hausaufgaben und es benötigt ungewöhnlich lange für einfache
Aufgaben.
- Textaufgaben werden nicht verstanden.